Geschichte

Vom Neolithikum bis heute

Frühgeschichte

Die Anwesenheit des Menschen ist in Portugal seit dem Homo erectus, der offenbar über die Straße von Gibraltar einwanderte, belegt. Vom Neanderthaler sind die Spuren durch einen Lagerplatz bei Vilas Ruivas bereits deutlicher. Muschelhaufen, von Archäologen Køkkenmøddinger genannt, entstanden vom Mesolithikum bis zum frühen Neolithikum durch den Verzehr von Muscheln an immer derselben Stelle. Aus diesen Muschelhaufen sind auch Bestattungen bekannt. Ab etwa 5000 v. Chr. ist der Ackerbau belegt (Cardial- oder Impressokultur). Später entstanden die zahlreichen Megalithanlagen, die auch in der Umgebung von Vila do Bispo und Raposeira zu besichtigen sind.


Kelten und Römer

Etwa 1000 v. Chr. dringen die Kelten hier ein und vermischen sich mit den Einheimischen zu Keltiberern oder Lusitaniern. Etwa zeitgleich errichteten die Phönizier erste Häfen entlang der Küste der Algarve. Die Karthager gründeten ca. 550 v. Chr. Portimão (lat. Portus Hannibalis).

Im zweiten Jahrhundert v. Chr. entstanden im Zuge der römischen Besiedelung der Iberischen Halbinsel zahlreiche Villen, deren Ruinen (Abicada, Boca do Rio, Milreu-Estói, Villamoura) - vornehmlich in der Gegend von Faro und Lagos - besichtigt werden können.


Zeit der Maurenherrschaft

Nach Ansiedelung durch die Westgoten auf der gesamten Iberischen Halbinsel im fünften Jahrhundert wurde die Algarve ab 711 von den Mauren eingenommen. Der arabische Name al-gharb (der Westen) erklärt sich aus der geographischen Sicht Andalusiens. Unter dem arabischen Namen Xelb wurde Silves 713 Teil des Omajaden-Kalifats von Córdoba und später Hauptstadt eines maurischen Taifa (Königreiches) der Algarve.

Der Baustil der Algarve ist bis heute durch die Zeit der Mauren beeinflußt, und an vielen Orten, u.a. in Silves und Faro, finden sich zahlreiche zahlreiche Zeugnisse jener Zeit.


Das Zeitalter der Portugiesischen Entdeckungen

Die maurische Herrschaft endete im 13. Jahrhundert nach wechselvollen und teilweise blutigen Kämpfen. Erst Dom Paio Peres Correia kann mit Hilfe militanter Ritterorden einige wichtige Städte endgültig den Mauren entreissen.

Im 15. Jahrhundert beginnt der Aufstieg Portugals zur Seemacht. Er ist eng mit dem Namen der Hafenstadt Lagos und der dortigen Seefahrerschule von Prinz Heinrich dem Seefahrer verbunden. Ein neuer Schiffstyp, die der arabischen Dhau nachempfundene Karavelle, wird in Lagos gebaut. Mit ihr entdecken wagemutie Männer wie Gil Eanes und später Vasco da Gama unbekannte Länder und schaffen die Grundlagen für Portugals weltumspannendes Kolonialreich.


Neuzeit

Vom 18. Jahrhundert bis heute

Von 1595 bis 1808 war die Algarve ein halb-autonomes Gebiet mit eigener Steuerhoheit im portugiesischen Staatsverband. Die portugiesischen Könige führten in dieser Zeit den Titel eines Königs von Portugal und Algarve.Als 1807 Napoleon in den Norden Portugals einmarschierte, wurde die Algarve von spanischen Truppen besetzt. Diese Besetzung endete durch die Rebellion von Olhão im Jahre 1808.

Ein verheerendes Erdbeben im Jahre 1755 zerstörte weite Teile der Algarve, viele der geschichtsträchtigen Bauten fielen ihm zum Opfer, sodass heute nur noch Ruinen aus der Zeit vor 1755 vorhanden sind. Im Rahmen des Wiederaufbaus verschob sich das wirtschaftliche und administrative Zentrum der Algarve von Lagos, dass durch 11m hohe Flutwellen zerstört war, nach Faro.

Bis weit ins 20. Jahrhundert führte die Algarve ein Schattendasein am südlichen Rande Portugals. Wichtigster Witschaftsfaktor waren in dieser Zeit der Fischfang und die fischverarbeitende Industrie. Erst ab 1960 wird die Region als Ferienziel, zunächst von den Briten entdeckt und entwickelt sich seitdem zu einer der führenden Golf- und Feriendestinationen in Südeuropa.


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